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Parks sind die öffentliche Grünräume unserer Städte und Gemeinden. Sie übernehmen wichtige Klimafunktionen, fördern Biodiversität, strukturieren Quartiere und schaffen Räume für Begegnung und Bewegung. Denn unter den Bedingungen von Klimawandel, Verdichtung, Flächenknappheit und steigender Nutzung müssen sie heute weit mehr leisten als reine Erholungsflächen zu sein. Die hier versammelten Projekte zeigen die Vielfalt zeitgenössischer Parkgestaltung in Österreich: kleine Beserlparks im Wandel, großmaßstäbliche Sport- und Quartiersparks, Dachlandschaften, Kurparks und Sukzessionsräume. Die Bandbreite könnte kaum größer sein und doch verbindet diese Projekte eines: Sie alle reagieren gestalterisch, ökologisch und sozial auf die Herausforderungen unserer Zeit.
Gewachsener Bestand, neuer Park
Ernst-Paul-Zimper-Park von simzim mit Gerhard Rennhofer
Der Erhalt des bestehenden Gehölzbestands und die Pflanzung von 44 zusätzlichen Bäumen prägten den Entwurf im 22. Wiener Gemeindebezirk von simzim mit Gerhard Rennhofer. Im Zuge der Entwicklung der ehemaligen Hrachowina-Gründe entstand auf rund 13.700 m² ein zentraler Freiraum für das neue Wohnquartier. Großzügige Wiesenflächen, artenreiche Stauden- und Gräserbeete sowie naturnahe Elemente stärken Biodiversität und Mikroklima. Spiel- und Fitnessbereiche, ein Wasserspiel, Sitzangebote und eine Hundezone schaffen differenzierte Aufenthaltsräume für unterschiedliche Generationen. Der Park verbindet ökologische Aufwertung mit sozialer Infrastruktur in einem wachsenden Stadtteil Wiens.






(c) simzim GmbH & Co KG
Ein Park im Wandel
Schmalzhoftempelpark von Carla Lo Landschaftsarchitektur
Der Schmalzhoftempelpark im 6. Wiener Gemeindebezirk zählt zu den historischen Beserlparks – kleinen Grüninseln im dichten Gründerzeitgefüge. Nach über hundert Jahren intensiver Nutzung wurde die Anlage von Carla Lo Landschaftsarchitektur grundlegend neu strukturiert. Ziel war es, den wertvollen Altbaumbestand zu erhalten, die frühere Zonierung aufzuheben und den Park wieder als offenen Stadtraum lesbar zu machen. Die neue Gestaltung öffnet den Park zum Straßenraum, stellt die Durchwegung her und schafft differenzierte Aufenthaltsbereiche für alle Generationen. Erweiterte Spielangebote, vielfältige Sitzmöglichkeiten sowie großzügige Stauden- und Gräserpflanzungen strukturieren die 5.700 m² große Fläche. So wird aus einem in die Jahre gekommenen Pocket-Park ein zeitgemäßer, integrativer Freiraum im dichten Stadtgefüge.






(c) Carla Lo Landschaftsarchitektur und Johannes Hloch
Parklandschaft neu geformt
Kurpark Lipizzanerheimat von Agnes Fedl Garten- und Landschaftsplanung
Rund um den Dechantteich in Köflach wurde von Agnes Fedl Garten- und Landschaftsplanung ein neuer Erholungsraum für Bevölkerung und Kurgäste geschaffen. Nach einem Bürgerbeteiligungsprozess wurde das vormals sturm- und käfergeschädigte Fichtenareal in eine rund 46.000 m² große, naturnahe Parkanlage transformiert. Sanfte Geländemodellierungen greifen die Kessellage auf und führen über ein ansteigendes Wegenetz zu Aussichtspunkten und offenen Arenen. Artenreiche Wiesenflächen, vielfältige Gehölzpflanzungen und die Sanierung des Teiches stärken Biodiversität und Landschaftsbild. Geschwungene Naturstein-Sitzmauern und zurückhaltende Ausstattungselemente gliedern den Raum. Der Kurpark verbindet Rehabilitation, Naherholung und Tourismus zu einer qualitätsvollen Erholungslandschaft am Stadtrand.






(c) Mag. (FH) Nikolaus Fedl und Agnes Fedl Garten- und Landschaftsplanung
Neuordnung am Karlsplatz
Umgestaltung des Resselparks von Karl Grimm Landschaftsarchitekten
Mit der Sanierung und Erweiterung des Wien Museums wurde auch der östliche Platzbereich am Karlsplatz neu gestaltet. Die Neustrukturierung des Resselparks von Karl Grimm Landschaftsarchitekten entwickelt die bestehende Gestaltung behutsam weiter und reagiert auf die hohe Nutzungsintensität des Ortes. Bestehende elliptische Formen werden aufgegriffen, geschwungene Langbänke und neue Vegetationsflächen strukturieren die 6.500 m² große Fläche. Helle, offen verfugte Beläge, zusätzliche Baumpflanzungen und Staudenflächen sowie vertikale Begrünung stärken das Mikroklima. Ein Wasserspiel mit Fontänen und Nebeldüsen ergänzt die klimarelevanten Maßnahmen und unterstützt die Aufenthaltsqualität. Die Neuordnung von Geh- und Radwegen integriert den Platz in das bestehende Verkehrsgefüge. So wird der Karlsplatz als offener, intensiv genutzter Stadtraum zeitgemäß weiterentwickelt.






(c) Romana Graf und Karl Grimm Landschaftsarchitekten
Ein Park als Bewegungsraum
Bezirkssportpark Reininghaus von zwoPK Landschaftsarchitektur
Dieser Bezirkssportpark bildet das zentrale Sport- und Bewegungsangebot im Grazer Stadtentwicklungsgebiet Reininghaus. Zwischen Schulstandorten und Gewerbezone gestalteten zwoPK Landschaftsarchitektur den 18.600 m² große Park mit unterschiedliche Nutzungen – von Ballspiel und Leichtathletik über Skatebowl und Table-Line bis hin zu offenen Bewegungsflächen. Der landschaftsarchitektonische Entwurf fasst die Sportanlagen topografisch ein: Hügelkämme, Rodelhügel und ein umlaufender Panoramaweg strukturieren den Raum. Der gesamte Aushub wurde in die Geländeform integriert und bildet einen extensiven, biodiversen Rahmen aus Wiesenflächen, Einzelbäumen und Gehölzgruppen. Aktives Regenwassermanagement, Schwammstadtprinzipien für Baumpflanzungen sowie Regengärten zur Versickerung stärken das Mikroklima. Der Sportpark verbindet infrastrukturelle Präzision mit landschaftlicher Gestaltung und ist auch außerhalb der Schulzeiten frei zugänglich.






(c) Philipp Rode und zwoPK Landschaftsarchitektur
Modellierte Landschaft im Quartier
Quartierspark Green City von Agnes Fedl Garten- und Landschaftsplanung
Mitten im neuen Wohnquartier „Green City“ in Graz gestaltete ein rund 9.000 m² großer Park für rund 1.500 Menschen. Der von Agnes Fedl Garten- und Landschaftsplanung gestaltete und gemeinschaftlich von vier Bauträgern errichtete Freiraum wurde nach Fertigstellung von der Stadt übernommen. Eine sanfte Geländemodellierung gliedert die Fläche in Aktiv- und Ruhezonen und schafft differenzierte Bewegungs- und Aufenthaltsräume. Spielbereiche, terrassierte Liegehügel und eine multifunktionale Rasensenke – zugleich Teil des integrierten Hangwasserschutzes – verbinden Erholung mit technischer Infrastruktur. Baumalleen begleiten die angrenzenden Fahr- und Gehwege, Baumgruppen überschatten Liegen und Bänke und rahmen den Park wie ein schützender Grünsaum. Der Freiraum ist aus allen Richtungen zugänglich und über Rad- und Gehwege an das Quartier sowie an den Naherholungsraum Buchkogel angebunden.





(c) Mag. (FH) Nikolaus Fedl und Agnes Fedl Garten- und Landschaftsplanung
Stadtquartier mit grüner Mitte
Quartier Breitensee mit Jutta-Steier-Park von Büro Kandl Landschaftsplanung
Auf dem Areal der ehemaligen Theodor-Körner-Kaserne entstand im Wiener Bezirk Penzing ein neues Stadtquartier mit naturnaher Parklandschaft im Zentrum. Gestaltet von Büro Kandl Landschaftsplanung. Das städtebauliche Konzept hält den Kernbereich frei und verwebt den öffentlichen Jutta-Steier-Park mit den angrenzenden Freiräumen der Baufelder. Ein nutzungsintensives „Rückgrat“ bündelt Spiel, Aufenthalt und Veranstaltungsflächen. Daran schließt eine großzügige, nutzungsoffene Wiesenfläche als gemeinsame Mitte an. Vegetationslayer und der inszenierte Altbaumbestand strukturieren die 22.000 m² große Anlage. Versickerungsoffene Beläge, großflächige Grünbereiche und schattige Aufenthaltszonen stärken die Klimaanpassung im Quartier.






(c) Büro Kandl Landschaftsplanung
Ein Park für das Stadtklima
Esterhazypark von Carla Lo Landschaftsarchitektur
Mitten im dicht bebauten 6. Wiener Gemeindebezirk wurde der Esterhazypark rund um das Haus des Meeres von Carla Lo Landschaftsarchitektur neu gestaltet und als klimaaktiver Stadtraum weiterentwickelt. Begrünte Randzonen, Stauden- und Gräserpflanzungen sowie eine skulpturale Sitzstruktur gliedern die 2.400 m² große Fläche. Als einer der ersten „Cooling Parks“ Wiens integriert die Anlage Wasser- und Nebeldüsen direkt und verbessert spürbar das Mikroklima. Dieser Park verbindet Repräsentation, Alltagsnutzung und Klimaanpassung in einem verdichteten Stadtgefüge.





(c) Carla Lo Landschaftsarchitektur und Johannes Hloch
Parklandschaft in Sukzession
Concorde Business Park von Karin Standler Landschaftsarchitektur
Eine 3.750 m² große Schotterbrache wurde in Schwechat von Karin Standler Landschaftsarchitektur zu einer Parklandschaft entwickelt, deren Gestaltung bewusst auf natürlicher Sukzession basiert. Nach einer Initialpflanzung wird die Fläche gezielt gepflegt und in ihrer dynamischen Vegetationsentwicklung begleitet. Ruderal- und Wildpflanzen werden mit trockenresistenten Vegetationstypen der pannonischen Region kombiniert. Pioniergehölze, Stauden und Gräser bilden ein lebendiges Gefüge, das sich über die Jahre weiter verdichtet und differenziert. Topographische Modellierungen aus Schotter und Steinen strukturieren den Raum, schaffen Mikroklimata und unterstützen die Versickerung. Der Park zeigt, wie gesteuerte Sukzession ökologische Qualität und räumliche Struktur im gewerblichen Umfeld verbinden kann.






(c) Karin Standler Landschaftsarchitektur
Grüne Mitte auf erhöhter Ebene
Stadtpark auf dem Dach von Agnes Fedl Garten- und Landschaftsplanung
Im Zentrum von Weiz entstand auf dem Areal des ehemaligen Bauhofs ein neues Stadtquartier mit einem öffentlichen Park auf dem Dach der Handelsflächen. Auf rund 710 m² verbindet die Grünfläche Kino, Gastronomie und Stadtraum zu einer neuen urbanen Mitte. Die unterschiedlich geneigten Dachflächen wurden durch präzise modellierte Substrataufbauten so ausgebildet, dass Rasen, Stauden und schattenspendende Bäume dauerhaft gedeihen können. Mäandrierende Wege, erhöhte Pflanzbereiche und Sitznischen strukturieren den Raum und schaffen differenzierte Aufenthaltsqualitäten. Dieser Park von Agnes Fedl Garten- und Landschaftsplanung erweitert den Stadtraum in die Vertikale und zeigt das Potenzial von Dachflächen als öffentlich zugängliche Freiräume.





(c) Mag. (FH) Nikolaus Fedl und Agnes Fedl Garten- und Landschaftsplanung
Titelbild des Beitrages: Romana Graf und Karl Grimm Landschaftsarchitekten





















